Reiselvst

Norbert Finkenbusch

Madeira: Mit dir werde ich Schlitten fahren

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DSCF0161Ich fahre gerne Rad. Davon lasse ich mich auch durch steile Anstiege und hohe Temperaturen nicht abhalten. Ein Blick in die erstaunten Gesichter am Straßenrand zeigt mir aber: Die Menschen in Funchal auf Madeira verstehen es nicht.

Viel Fenchel habe ich nicht gesehen

DSCF0178Funchal bedeutet etwa „viel Fenchel“.  Davon habe ich nichts gesehen. Das lag sicher am extrem steilen Weg raus aus der Stadt nach Monte und weiter auf den Terreiro da Luta. Immerhin habe ich mich da von der Meereshöhe auf über 860 Meter hochgearbeitet.

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Belohnt wird die Plackerei durch tolle Aussichten und ein kühles Bier. Dann geht’s auch schon weiter durch den Parque Natural da Madeira.

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Männer ohne Nerven

Zurück in Monte. Eigentlich wollte ich mir nur eine Kirche anschauen, in der die Österreicher ihres letzten Kaisers gedenken. Die größere Attraktion sind aber die Korbschlitten, mit denen die Touristen ins Tal befördert werden. Dazu muss der Tourist nicht verrückt oder lebensmüde sein. Aber es hilft.

DSCF0172Die Korbschlitten haben weder Lenkung noch Bremsen. Sie werden von zwei weiß gekleideten Männern gesteuert. Gebremst und gelenkt wird der Schlitten, indem er zurückgehalten oder quergestellt wird.

Ich durfte leider nicht mitfahren. Mein Rad passte nicht auf den Schlitten. Also habe ich zugesehen und dann einen Schlitten auf meinem Rad verfolgt. Das Rennen habe ich verloren.

Wie eine Lizenz zum Geld drucken

DSCF0173Ich weiß nicht, was mich mehr beeindruckt hat. Der Kassierer mit dem dicken Geldbündel in der Hand oder die verrückten Schlittenlenker, die sich mit ihren Opfern ins Tal stürzen.

Zunächst ist mal der Fahrpreis zu entrichten. Der Kassierer arbeitet dazu eine lange Touristenschlange ab, die bereitwillig seinen Bargeldvorrat speist. 25 EURO kostet die Fahrt für 2 Personen. Einzelfahrten gibt es nicht…basta.

Dann geht’s in rasender Fahrt über blankpoliertes Kopfsteinpflaster den Berg hinab. Die Steuerleute stehen auf den hinteren Kufen. Manchmal springt auch einer ab, um dem Schlitten durch starkes Zerren am Seil eine andere Richtung zu geben.

Nur für starke Nerven sind die zahlreichen Straßen, die zu überqueren sind. Da fahren nämlich Autos. Die glatte Straßen ist für den Radler eine Herausforderung. Die Geschwindigkeit des Schlittens zu fahren empfiehlt sich nur für Lebensmüde.DSCF0174

Die Schlitten werden übrigens mit einem LKW wieder auf den Berg geschafft. Der fährt fast so schnell den Berg ´rauf wie die Schlittenfahrer ´runter. Zeit ist Geld.

Fotos: Norbert Finkenbusch

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