Cinque Terre: Fünf Dörfer, die die Welt bedeuten

VernazzaAuf der Piazza ist die ganze Welt vertreten. Und alle wollen essen und trinken. Durch die Gassen zieht der Duft von Pizza, Pasta und gebratenem Fisch. Kein freier Sitzplatz weit und breit. Dann versuchen wir doch einfach den „Geheimtipp“ aus dem Reiseführer: Il Baretto in der Via Roma.

Vernazza DSCN0080ist das schönste Dorf der fünf Erden. Fünf Dörfer, die ursprünglich nur mit dem Schiff oder auf schmalen Pfaden zu Fuß oder per Esel zu erreichen waren. Inzwischen gibt es einen regelmäßig und pünktlich verkehrenden Regionalzug, der die Dörfer verbindet.

Wir beginnen unsere Wanderung in Monterosso. Je nach Sichtweise das erste der fünf Dörfer. Vor der Wanderung heißt es aber, in langer Schlange vor dem Kassenhäuschen zu warten. Erstaunlich für die Vorsaison. Wer hier wandern will, der muss auf jeden Fall vorher Eintritt zahlen.

Dann geht es im Gänsemarsch steil ´rauf und ´runter auf Wegen, die gerade Platz für einen Wanderer lassen. Vorbei an Ölbäumen und über rutschige Steinstufen. Bei Gegenverkehr ist Rücksicht gefragt. Zum Glück kommt nur selten ein Wanderer aus der „falschen“ Richtung. Vermutlich Menschen, die angesichts des recht schwierigen Geländes lieber den Rückweg angetreten haben.

DSCN0086Plötzlich staut sich der Zug der Wanderer. Überholen ist zwecklos. Vernazza liegt unter uns, und die Japanerinnen vor uns fotografieren, was die Speicherkarten hergeben. Nach etlichen Schnappschüssen geht es weiter abwärts auf schmalem Pfad in diesen schönen Ort.

Der Ort mit kleinem Hafen, Castell und der obligatorischen Kirche liegt direkt am Meer. Für die Touristen sind in den engen Gassen einige Boote als Farbtupfer ausgelegt worden. Früher war es nötig, die Boote an Land zu lagern, denn im engen Hafen hatten nicht alle einen Platz. Heute ist der Fischfang wohl eher Vergnügen als Erwerbsquelle.

DSCN0088Der Geheimtipp „Osteria Il Baretto“ ist ein echter Glücksgriff. Es gibt zwar keine Außenplätze, dafür sitzt der müde Wanderer in einem angenehm kühlen Gewölbe. Die alten Natursteinmauern zaubern eine rustikale Atmosphäre. An kleinen, wackeligen Holztischen mit karierten Plastikdecken sitzen zur Mittagszeit nur wenige Gäste. Die meisten trauen dem Reiseführer wohl keinen Geheimtipp zu und setzten sich lieber an exponierter Stelle auf die Hafenmole.

Das Essen ist herrlich: Frischer Weißwein aus der Region, l´Orata alla griglia und hausgemachte Nudeln mit einem erstklassigen Pesto … und dann die dolce. Einfach wunderbar… Und die Preise sind für den Gast mehr als erfreulich. Dafür sitzen wir auch nicht in der ersten Reihe.

Nach diesem tollen Essen gibt´s zwei Möglichkeiten: Weiterwandern oder mit dem Zug von der nahen Station zurück zum Ausgangspunkt. Wenn der Weg das Ziel ist, dann wird weiter gewandert nach Corniglia. Aber schöner wird´s nicht.

Bilder: Norbert Finkenbusch, Hagen; Wolfgang Schneider, Lüdenscheid

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