Reiselvst

Norbert Finkenbusch

Amalfi: Wo die Zitronen blühen

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00001648_bearbeitet-1Mein Reisebegleiter holt aus dem kleinen Mietwagen ´raus, was die wenigen Pferdestärken hergeben. Das wäre nicht weiter aufregend. Auf der kurvenreichen und schmalen Amalfitana wird´s dagegen zum Abenteuer und treibt den Blutdruck hoch. Schließlich wird er auch noch durch das Fahrverhalten der italienischen Autofahrer animiert, die waghalsigsten Überholmanöver zu veranstalten. So habe ich mir die italienischen Momente im Leben nicht gewünscht.

Amalfitana: Fahren wie auf der Achterbahn

Wir haben alle überlebt und den Mietwagen schließlich – welch ein Wunder – unbeschädigt zurückgegeben. Aber erst mal waren wir in Amalfi. Sicher einer der schönsten und spektakulärsten Orte an der Amalfiküste.

Strada Statale 163 – kurz: Amalfitana – erschließt die Amalfiküste zwischen Vietri sul Mare im Osten und Positano im Westen. Sie ist schmal und kurvenreich und windet sich teilweise in abenteuerlichen Höhen über´s Meer. Die Aussichten sind atemberaubend.00001619_bearbeitet-1

Manche Orte unterhalb der Straße sind nur zu Fuß oder ortsüblich mit dem Maultier zu erreichen. Wer die Straße nutzt, der sollte Zeit mitbringen und am besten den Bus nehmen. Es gibt aber auch Fährverbindungen, die noch mal einen besonderen Blick auf die Küste bieten.

Wer mit dem Auto fährt benötigt starke Nerven. Teilweise ist die Straße nur einspurig befahrbar oder zeitweise gesperrt. Die Parksituation in den kleinen Ortschaften ist katastrophal. Das gilt vor allem in der Hauptsaison oder an Feiertagen. Dann fahren auch die Italiener gerne an die schöne Küste.

Ferienwohnung: Die Realität ist besser als die Werbung

100_4385_bearbeitet-1Gegenüber Reisekatalogen hege ich aufgrund langer Erfahrungen ein tiefes Misstrauen. So eine preiswerte und geräumige Wohnung mit Balkon kann keinen derart spektakulären Ausblick auf das Merr, Amalfi und die dahinter liegende Küste bieten. Die Wirklichkeit hat in diesem Fall die Werbung übertroffen. Unvergessen sind die Abende mit Salami, Formaggio und Rotwein hoch über Amalfi und dem Meer.00001606_bearbeitet-1

Natürlich gibt´s auch einen Nachteil: Es gibt weit und breit keinen Parkplatz. Zumindest keinen legalen. Der Falschparker lebt also mit der Furcht, der Wagen könnte während seiner Abwesenheit abgeschleppt werden. Davon wird durchaus gebrauch gemacht. Und dann ist da noch der Fußweg zur Wohnung. Nicht mit dem PKW zu befahren, steil und schweißtreibend.

Amalfi: Für die italienischen Momente im Leben

00001666_bearbeitet-1Im Mai ist es noch sehr geruhsam in Amalfi. Keiner belästigt den Fremden und will ihn unbedingt in sein Ristorante locken. Mancher Wirt wirkt eher desinteressiert. Das ändert sich schnell, wenn der Gast ein freundliches buon giorno wünscht. Später im Jahr ist es ganz anders. Dann kann Amalfi sich nicht retten vor Touristen.

Amalfi bietet alles für den gelungenen Urlaub: Ristoranti mit lokalen, regionalen und vor allem frischen Produkten, Fisch und Wein aus der Gegend, Hotels und Ferienwohnungen jeder Preis- und Komfortkategorie.

00001672_bearbeitet-1Sehenswert ist der Dom. Es ist aber auch schön, durch die schmalen Straßen zu flanieren und in kleinen Lädchen das Angebot zu durchstöbern.

Wandern: Hinter jeder Biegung eine schöner Aussicht

Der Schweiß fließt in Strömen beim steilen Anstieg. Noch mehr überwiegt aber das Mitleid mit den Bauarbeitern, die Materialien und Bauschutt auf Mulis über schmale, steinige und vor allem steile Pfade transportieren.

Amalfi liegt in einem engenTal der Monti Lattari. Der Ort hat nicht viele Möglichkeiten, sich auszudehnen. Viele Häuser im oberen Tal und an den Hängen sind nur zu Fuß oder mit dem Maultier zu erreichen.

00001627_bearbeitet-1Damit ist Amalfi ein wunderschöner Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Trittsicher sollte der Wanderer dabei sein. Eine gute Orientierung ist hilfreich. Es gibt einige gute Wanderführer. Detailreiche Wanderkarten sind eher selten. Die anstrengenden Anstiege werden durch eine üppige Vegetation, saubere Gebirgsbäche und vor allem spektakuläre Aussichten auf die Küste belohnt. Und mit etwas Glück findet der durstige und hungrige Wanderer auch einen Wirt, der ihn mit hauseigenen Produkten wieder in Form bringt.

Positano: Wo der Kanzler Urlaub macht

Altkanzler Schröder war schon da: Positano. Er wird sein Hotel aber bestimmt nicht fußläufig erreicht haben. Mit viel Phantasie erkenne ich in dem touristisch durchorganisierten Örtchen das ehemalige Fischerdorf wieder.

Positano war in früheren Zeiten nicht mit dem Auto zu erreichen. Der Weg von der Amalfitana in den Ort musste zu Fuß zurückgelegt werden. Heute kann man die zum Teil hochpreisigen Hotels auch mit dem Auto ansteuern.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Das Dorf hat trotz der vielen Gäste noch einen gewissen Charme. Die Ristoranti bieten exzellente Fischgerichte an. Allerdings sind die Preise entsprechend.

Der Abschied vom Touristenrummel fällt nicht schwer. Wer mit dem Boot zurückfährt, der kann einen letzten Blick auf Positano werfen. Von weitem sieht das Dort wirklich schön aus.00001638_bearbeitet-1

Fotos: Norbert Finkenbusch, Hagen; Wolfgang Schneider, Lüdenscheid

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